ich wünsche euch allen ein Frohes Neues Jahr und hoffe ihr seid alle gut reingerutscht.
Entgegen unseren ursprünglichen Planungen waren wir (die weltwärts-Freiwilligen des DEDs) nun doch die ganze Zeit in Kribi und haben dort Weihnachten und Neujahr gefeiert. Insbesondere Heiligabend habe ich mich allerdings nicht wirklich weihnachtlich gefühlt. All die Dinge, wie die kalte Jahreszeit, die kürzer werdenden Tage, die Weihnachtsbeleuchtung und die Weihnachtsmärkte ließen in mir schon vorher keine Vorweihnachtsstimmung aufkommen und an Heiligabend fehlte mir dann, der mit den Jahren zur Gewohnheit gewordene (fast identische) Ablauf. An Heiligabend am Strand zu sitzen und Weihnachtslieder zu singen war für mich schon etwas komisch. Wirklich begreifen, dass Weihnachten ist, konnte ich nicht.
Im weiteren Verlauf des Abends haben wir dann an einem Felsen am Strand gemeinsam mit einigen anderen Freiwilligen ein schönes Essen mit Fisch, Krevetten gegessen.
In Kamerun werden das Weihnachts- und Neujahrsfest allgemein mit viel und reichhaltigem Essen gefeiert. Der kanadische Freiwillige der das Weihnachtsfest hier in Buea in der Familie von Mr. Orock gefeiert hat, meinte, dass das Weihnachtsfest aus Essen, Essen und noch mehr Essen bestand. Für dieses Festessen sparen viele Familien das ganze Jahr. Teilweise schließen sich einige Familien zusammen um eine ganze Kuh zu kaufen und daraus ein Weihnachtsessen zuzubereiten. Aber nun zurück zu unserem Weihnachtsfest in Kribi. Am 1. Weihnachtstag, der gleichzeitig der Geburtstag von Katharina einer Freiwilligen aus Bafoussam war, haben wir erneut ein Buffet mit Fisch, Krevettten, Fleisch und verschiedenen Beilagen am Strand gegessen. Den Rest des Tages verbrachten wir, wie viele andere Tage auch, am Strand und im Meer. Außerdem laufe ich am Strand ein kurzes Stück zu den nahegelegenen Lobe-Wasserfällen, die zwar nicht so groß und beeindruckend sind, wie die Ekom-Wasserfälle, aber doch ein schönes Bild abgeben.
Rund um diese Wasserfälle ist es sehr touristisch geprägt und es gibt verschiedene kleine Shops mit gemalten Bildern und anderer Kunst. Ansonsten verbringen wir die meisten Tage am Strand und im Meer. Hin- und wieder sind wir in die Stadt nach Kribi gefahren. Übernachtet haben wir relativ günstig in der katholischen Mission, die etwa 7 km außerhalb von Kribi liegt, sodass wir immer mit Taxis in die Stadt fahren mussten. Dort befindet sich ein großer Markt, der an Heiligabend sehr voll war. Ansonsten gibt es in Kribi noch einige kleinere „Supermärkte“ und eine sehr modern und mit Klimaanlage ausgestattete Boulangerie. In Kribi konnte ich auch das erste Mal wieder Pizza essen. Für etwa 7 Euro habe ich dort eine sehr gute italienische Pizza Margharita bekommen, über die ich mich auch in Deutschland nicht beschwert hätte. Nach drei Monaten in denen ich überwiegend sehr fettige kamerunische Gerichte gegessen habe, war die Pizza eine willkommene Abwechslung.
Da Kribi sehr touristisch geprägt ist, findet man dort sehr viele Hotels und Restaurants, in denen man auch europäische Speisen bekommt. Insgesamt habe ich in Kribi so viele „Weiße“ wahrgenommen, wie ich sie bisher in keinem anderen Ort in Kamerun gesehen habe.
Nachdem ich das Wasser des Lobe-Flusses bereits die Wasserfälle hinunterstürzen sah, haben wir am Samstag eine Bootstour landeinwärts auf dem Lobe-Fluss gemacht. In zwei Pirogen waren wir etwa 2 Stunden auf dem Fluss unterwegs. Dabei ist es auch möglich zu den verschiedenen Pigmäendörfern zu fahren. Doch wir wollten darauf verzichten, weil es mehr ein Touristenspektakel ist, als ein kennenlernen der Kultur und Lebensweise. Stattdessen haben wir lieber die grandiose Landschaft mit den Geräuschen des Urwalds genossen.
Am letzten Tag des Jahres haben wir die Küche in unserer Unterkunft genutzt, um unser eigenes Silvesteressen zu kochen. Als Vorspeise gab es Bruscetta, als Hauptgericht Spaghetti mit einer Gemüse- und einer Sahnesoße und zum Nachttisch Ananas und Papaya. Dieses Essen war so lecker, dass ich mit dem Essen gar nicht aufhören konnte. Die Zeit bis Mitternacht haben wir anschließend am Strand verbracht, wo ein Feuer gemacht und später auch getanzt wurde. Gegen Mitternacht konnten wir dann sogar einige Raketen von den nahegelegenen Hotels am Himmel erblicken. Die Neujahrsnacht haben wir dann in einem Nachtclub in Limbe Kribi verbracht. Da uns der Nachtclub, wo wir Weihnachten waren, zu teuer war, sind wir in einen anderen Club gefahren. In Kribi wurde feierten die Menschen ausgelassen und mit viel Bier auf den Straßen und es war schwierig mit dem Auto vorwärts zu kommen. Im Nachtclub wäre ich nach dem ersten Schritt fast wieder rückwärts rausgegangen, weil es so extrem heiß und stickig war. Statt einer Klimaanlage reichte der niedrigere Eintrittspreis nur für einige Ventilatoren, sodass ich dort fast genauso viel schwitzte wie im Bus in Douala. Nach einer relativ kurzen Nacht konnten wir den Tag über am Strand relaxen und am späten Nachmittag haben wir uns in Kribi noch mal eine Pizza gegönnt. Den letzten Tag in Kribi haben wir nochmals am Strand verbracht, wo wir abends auch noch ein letztes Mal Fisch und Krevetten gegessen haben. Tagsüber habe ich mir noch mein Weihnachtsgeschenk in Form von zwei Bildern gekauft. Am Abend haben wir uns noch den Luxus eines Dessert im Restaurant des Ilomba Hotels gegönnt. Dort habe ich für 2800 CFA (4,3 Euro) ein Bananen-Split gegönnt. Im Dorf, wo sich die katholische Mission befindet, wollten wir eigentlich noch ein Bier trinken. Allerdings hatte die eine Bar geschlossen und bei der anderen Bar war das Bier aus. Silvester und Neujahr wurden sämtliche Vorräte aufgebraucht und am 2. Januar war wohl keiner in der Lage für Nachschub zu sorgen. Schließlich tranken wir noch etwas Wein, der Silvester und Neujahr überlebt hatte. In einer etwa 6-stündigen Fahrt sind wir am Samstag nach Limbe gekommen, wo wir den letzten gemeinsamen Abend verbrachten, ehe es am Sonntag zurück zu den Einsatzplätzen ging. Für mich stand dabei auch noch die Fertigstellung meines Berichts für den DED an. Nach fast zwei Wochen „Internetentzug“ nutzte ich die Möglichkeit des kostenlosen und einigermaßen schnellen Internet im Cyber von UAC für einige Stunden. Am heutigen Montag geht es mit der Arbeit genauso langsam weiter, wie es vor den Ferien aufgehört hat. Der Computerunterricht, sowie das School on Wheels Project soll erst am morgigen Dienstag wieder beginnen, sodass wir heute nur unseren Französischkurs hatten und ansonsten Freizeit. Ich hoffe dies bleibt die nächsten Tage nicht so. In drei Wochen sehen wir Freiwilligen uns beim Zwischenseminar auch schon wieder und vielleicht findet dieses ebenfalls in Kribi statt.
Viele Liebe Grüße
Jannik
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