schon wieder sind fast zwei Wochen seit meinem letzten Blogeintrag vergangen. In den letzten Monaten rennt die Zeit hier extrem und in gut einer Woche ist Halbzeit.
Die Unterrichtsstunden setzten sich, wie in den Vorwochen vor, wenn sie nicht gerade aufgrund irgendwelcher speziellen Ereignisse ausfallen. So hat sich für Mittwoch den 4. März der Minister für soziale Angelegenheiten in Buea angekündigt, um unter anderem das Vocational training center zu besuchen. Für diesen Besuch musste natürlich das ganze Schulgelände gereinigt werden und Dienstag fand nicht viel Schule statt. Letztlich ist der Minister dann doch nicht gekommen, aus welchem Grund auch immer.
Außerdem hatten wir in der ersten Märzwoche, gleich drei Geburtstage unter uns 6 Freiwilligen hier. So haben wir Linns Geburtstag am Montag den 2. März im Capitol Hotel gefeiert, wo es nach den ganzen kamerunischen sehr ölhaltigen Gerichten, endlich wieder leckere Spaghetti Bolognese gab. Auf einer schönen Dachterrasse haben wir bis in Nacht gesessen.
Am nächsten Morgen stand dann Sportunterricht auf unserem Programm. Völlig übermüdet kamen wir zum Büro, wo wir erfahren, dass kein normaler Sportunterricht stattfindet, sondern die zentralen Vorprüfungen für den Grundschulabschluss in der 6. Klasse stattfinden. Dafür haben sich die Schüler von 8 verschiedenen Schulen, in einer Staatsschule getroffen, um dort ihre Prüfungen abzulegen. Dies bedeutete für uns erstmal wieder sehr viel warten. Sehr gut organisiert schien die Durchführung der Prüfungen nicht. Alles wurde spontan mit den Lehrern entschieden und es wurden mehrere Stationen eingerichtet, sodass die Schüler rotieren konnten und so in allen Disziplinen ihre Sportprüfung ablegen konnten. Auffällig war, dass die Schüler von den Staatsschulen im Durchschnitt sehr viel älter waren, als die Schüler aus den Privatschulen, wie der Jamadianle Schule von UAC. Dort habe ich noch mal gesehen, wie schlecht das staatliche Bildungssystem ist. In den großen Klassen mit über 60 Schülern können die individuellen Probleme der Schüler nicht gelöst werden und so kommt es, dass diese immer wieder sitzen bleiben und schließlich in der 6. Klasse 14, 15 oder sogar noch älter sind. Im Bereich Gymnastik waren die Schüler unserer Schule deutlich besser als die Staatsschüler. Auch wenn Sport ich die Gymnastik nicht für das wichtigste Element in der Schule halte (ich mochte sie in der Schule auch nicht), so ist doch stark davon auszugehen, dass dieses Leistungsgefälle auch in den Hauptfächern, wie Englisch, Mathematik und Französisch besteht. Dies merke ich auch beim School on Wheels Projekt.
Bei den Sportprüfungen fehlten dann auch noch irgendwelche Formblätter, wo die Ergebnisse eingetragen werden und es zog sich alles ziemlich in die länge. Schließlich kamen wir noch zum Weitsprung, dessen Weitsprunganlage ziemlich gefährlich war. Die Grube war nicht, wie wir es kennen mit Sand gefüllt, sondern es wurde einfach ein bisschen Staub zusammengeschoben, was keine Polsterung ergibt. So kam es auch zu einigen glücklicherweise nur leichten Verletzungen.

Am nächsten Tag setzten sich die Sportprüfungen noch fort, doch wir hatten keine Zeit, weiterhin zuzuschauen. Am Donnerstag hatten sie dann ihre Prüfungen im Fach Home Economic (Hauswirtschaft), wo sie u. a. Kochen und Waschen mussten. Die Woche haben dann die theoretischen Prüfungen angefangen, die sich noch bis in die nächste Woche fortsetzen.
Am Freitag stand der nächste Geburtstag an, den wir Donnerstag mit einem reichhaltigen Überraschungsessen begonnen haben. Auf der mit Luftballons geschmückten Terrasse haben wir den ganzen Abend gesessen und das reichhaltige Essen mit richtiger Butter und jede Menge Salate genossen.

Es war wieder weit nach Mitternacht ehe ich ins Bett gekommen bin und am nächsten Morgen stand wieder Sportunterricht auf dem Programm. Völlig übermüdet war ich beim Frühstück und anschließend beim Büro, wo der Sportlehrer mir mitteilte, dass er den Sportunterricht heute nicht machen kann, weil er die Noten für die Sportprüfungen ausrechnen muss. Er meinte, wenn ich möchte kann ich den Sportunterricht alleine geben oder aber er muss ausfallen. Ziemlich müde und ohne irgendeine Vorbereitung habe ich mich nicht in der Lage gesehen, den Sportunterricht zu geben und so bin ich wieder nach Hause gestiefelt. Diese fehlende Kommunikation nervt echt extrem. Man wird nie informiert, wenn irgendwelche Besonderheiten anstehen, welche meinen Arbeitsplan betreffen und so verschwende ich viel Zeit mit sinnlosen Wegen.
Damit stand dann auch schon das Wochenende vor der Tür, welches ich hier alleine in Buea verbracht habe, weil die anderen Freiwilligen nach Kribi gefahren sind. Damit war ich beim dritten Geburtstag am Sonntag auch nicht dabei. Hier in Buea war das Wochenende nicht sehr spannend. Die meiste Zeit habe ich an meinem Computer gearbeitet entweder im Internet oder zu Hause. Etwas Bemerkenswertes gab es dann doch noch. Die Wasserversorgung war ziemlich stabil und teilweise war es sogar möglich die Dusche zu verwenden, was glaube ich das letzte Mal vor Weihnachten funktioniert hat.
Am Montag habe ich mich noch mit Marcel, einem kamerunischen Freund, getroffen, den wir bereits sehr lange nicht mehr gesehen hatten. Der Abend war im Gegensatz zu den beiden Abenden davor schon deutlich besser. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Mr. Orock hat mich zu sich ins Haus gerufen und ich dachte, dass er nur die Schlüssel für das andere Freiwilligenhaus haben wollte. Doch nein, es sollte besser kommen. Er fragte mich, ob ich ein Paket erwarte. Ich dachte er wollte wissen, ob er die Postbox checken sollte. Doch er offenbarte mir, dass ein Paket für mich angekommen sei. Ich wollte es erst gar nicht glauben, weil es erst etwa 3 Wochen her war, dass meine Eltern es abgeschickt hatten. Doch er händigte mir das Paket aus, welches Überraschenderweise unbeschädigt war. Ich konnte es kaum fassen, was sich alles in dem Paket befand. Insbesondere das Schwarzbrot und entsprechende Brotaufstriche waren ein Genuss.
Die letzten Tage gab es dann nichts besonderes mehr. Die anderen Freiwilligen sind aus Kribi wiedergekommen und wir hatten unseren normalen Arbeitsplan. Am Dienstag hatte ich dann alleine eine Sportstunde, allerdings nur mit ein paar Kindern. Diese hatten bisher noch nicht ihren Test im Sprinten abgelegt und so sollte ich dies machen. Es ging relativ gut und da es nicht so viele Kinder waren, war es schnell vorbei.
Nun geht es an die letzten Vorbereitungen für die Mountaintour. Gestern haben wir den Guide noch mal getroffen und erfuhren, dass die Träger nur unsere Wasservorräte tragen können. Wir haben uns bereits beim ersten Mal gewundert, wie sie unsere Wasservorräte (zwei Sixpacks) und unsere Sachen tragen können. Doch während es erst hieß es ist kein Problem, heißt es nun es geht nicht, was mehr als verständlich ist. So hoffe ich nun, dass ich die Tour auch mit entsprechendem Gepäck schaffe und das Training in Form von ein wenig Joggen ausgereicht hat.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und freue mich von Euch zu hören
Viele Liebe Grüße
Jannik
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